Archive for August, 2010

Professor Carl Friedrich von Weizsäcker

Tuesday, August 24th, 2010
Carl Friedrich von Weizsaecker.jpg

Carl Friedrich von Weizsäcker, 1993

Carl Friedrich von Weizsäcker

Im Jahre 1949 als sich Weizsäcker in Amerika aufhielt, wurde er “vom lutherischen Studentenpfarrer” eingeladen “mit seinen Studenten zu reden”. “Wir waren”, so Weizsäcker, “fünfzehn Menschen oder zwanzig in einem kleinen Raum, und ein sehr nettes junges Mädchen_ eine Studentin_ fragte mich: ‘Well, Professor, tell me_ sagen Sie mir, wie alt ist die Welt?’ Ich war damals Astrophysiker und sagte: ‘Nun, wir schätzen vielleicht fünf Milliarden Jahre, es könnten aber auch zehn Milliarden Jahre sein’… ‘Ah so, also sind Sie kein Christ’._ ‘Wieso?’ Ich verstand nicht. ‘Wieso?’_ ‘Ja, Sie glauben ja nicht an Gottes Wort’._ ‘Wieso?’_ ich verstand es immer noch nicht. Da sagte sie: ‘Man kann doch aus dem Alter der Patriarchen ausrechnen, wann die Schöpfung gewesen ist. Sie ist vor nicht ganz 6000 Jahren gewesen. Sie aber reden von Milliarden von Jahren. Sie glauben nicht an Gottes Wort, denn die Bibel ist Gottes Wort and sagt, daß die Welt vor 6000 Jahen erschaffen ist’.

Weizsäcker “möchte natürlich die Ernsthaftigkeit eines Bemühens achten, das Wort Gottes als Wort Gottes zu verstehen”, und beteuert: “Wir wissen nicht einmal_ wir können nicht einmal beweisen, daß die Welt nicht 6000 Jahre alt ist… Bitte_ ich will eigentlich damit nicht ironisieren, ich will nur sagen, es gibt Dinge, die man so streng gar nicht beweisen kann. Einiges, die Vergangenheit nämlich, ist uns nicht mehr zugänglich… So einfach ist das nicht… Der Pfarrer war mir dankbar. Er hat mir nachher gestanden, er habe mich eingeladen, damit ich das seinen Studenten erzähle” (Carl Friedrich von Weizsäcker: Bewußtseinswandel, Carl Hanser Verlag, 1988, Seiten 199-200).

“Ganz gewiß_ ich habe selbst damals über die Entstehung des planetensystems gearbeitet_, daß unsere Erde ziemlich genau 41/2 Milliarden Jahre alt ist, das wissen wir schon, das können wir sehr gut belegen” (Seite 201).

Über das Buch Genesis: “Das ist ein würdiger Text, ein ehrwürdiger Text, würde ich sagen. Es ist ein wohlgebauter Text. Er ist hell-rational, alles sorgfälltig abgewogen… In 6 Tagen hat man 8 verschiedene Schöpfungswerke gezählt, in einem gewissen Rhythmus: 1-1-2, 1-1-2… Es ist eine wohlgeordnete, nüchterne und zugleich feierliche Sprache. So klingt mir das…” (Seite 198).

Uns klingt es aber als das quantifizierede Ur-Übel. Durch die Profanierung/Entwürdigung des Seins durch das Buch Genesis, durch das Gottes Wort, ist auch die Würde des Menschen antastbar geworden.

“Jener biblische Text hat in wunderbarer Weise davon [von der Schöpfung] gesprochen… Die heutigen Naturwissenschftler haben es nicht fertiggebracht, von dem, worum es hier geht, besser zu reden. In diesem Sinne halte ich Treue zur biblischen Schöpfungsgeschichte [‘das christliche Wort Glauben… heißt Zuversicht, Treue, Vertrauen. Es heißt nicht, eine Behauptung für wahr halten!’ (derselbige Weizsäcker)]” (Seite 215).G.W.F. Hegel (Philophie der Geschichte, Reclam): ‘Das Große der christlichen Religion… Sie ist… für jede Stufe der Bildung und befriedigt zugleich die höchsten Anforderungen” (Seite 456), wie die des Professor Weizsäckers.

“Daß die Vereinheitlichung des Ichs” im Prozeß der Reifung_

die “ambivalente[n] Gefühlseinstellungen… beim kleinen Kinde [existieren] nebeneinander, ohne daß die eine die ihr entgegengesetzte in ihrem Ausdruck stört… Im Fortschritt der Entwicklug vom Kinde zum reifen Erwachsenen kommt es… zu einer immer weitergreifenden Integration der Persönlichkeit, zu einer Zusammenfassung der einzelnen, unabhängig voneinander in ihr gewachsenen Triebregungen und Zielstrebungen”_,

so Freud, “Störungen erfahren kann

[“Wir wissen nicht einmal…, daß die Welt nicht 6000 Jahre alt ist’. ‘Unsere Erde [ist] ziemlich genau 41/2 Milliarden Jahre alt…, das wissen wir schon, das können wir sehr gut belegen’; ‘vielleicht fünf Milliarden Jahre, es könnten aber auch zehn Milliarden Jahre sein’]…,

zeigen vielfache, sehr bekannte Beispiele, wie das der Naturforscher, die bibelgläubig geblieben sind” (Freud, Fischer 10452, Seite 43).

Der Titel seines Buches, wofür er auch predigt, ist ‘Bewußtseinswandel’. Weizsäcker: “Viel schwieriger ist es mit den tiefen, treibenden Faktoren unserer kulturellen Entwicklung. Und diesbezüglich haben ja schon kluge Leute im 19. Jahrhundert gesagt, daß diese Entwicklung vermutlich einen katastrohpalen Weg geht… Viele Leute haben gewußt, daß da tiefe Probleme liegen”.Weizsäcker sagt, daß er nicht weiß, “wie die Ereignisse, die kommen werden, unsere Kultur verändern werden. Und da ich das nicht weiß, weiß ich nicht, wie man hinterher über das reden wird, was da jetzt betrieben wird. Aber man wird wahrscheinlich doch sagen, daß diese Leute ziemlich verrückt waren” (Seiten 337-338).

Destruction of the past

Sunday, August 15th, 2010

Destruction of the passt

Eric Hobsbawm (Age of Extremes, page 3) weist auf den Verlust des historischen Gedächtnisses, “the historical memory”, being “no longer alive… The destruction of the past, or rather of the social mechanisms that link one’s contemporary experience to that of earlier generations, is one of the most characteristic and eerie phenomenon of the late twentieth century. Most young men and women at the century’s end grow up in a sort of permanent present lacking any organic relation to the public past of the times they live in”.

The chilling resemblance of the achievements of the normalizing society_

It is what Marx called the ‘imbecility which hold those infected by it… robs them of all sense, all memory, all understanding of the rude external world’ (Cited in Maurice Cornforth: The open philosophy and the open society, page 213) _,

bringing its subjects under the sway of the reality-principle and pulling them by ‘the destruction of the past’ into ‘permanent present’, with those violent acts of ‘depatterning program’: ‘complete amnesia for all events in… life’, living in the ‘immediate present’, makes us dizzy[1].

John Marks (The CIA and Mind Control, pp 135-136): “Cameron wrote that his typical depatterning patient_ usually a woman_ moved through three distinct stages

[[Cameron had a ‘box’ built in the converted stables behind the hospital”. The CIA “sent the psychiatrist research money” to produce a “blank mind”. The Agency wanted also to know whether “he could then program in new patterns of behavior, as he claimed he could”.

Cameron’s depatterning program: The patient received, as it was dubbed, ‘sleep cocktail’. “A staff member woke up the patient three times a day for medication…. Another staff doctor would also awaken the patient two or sometimes three times daily for electroshock treatments… The frequent screams of patients that echoed through the hospital did not deter Cameron or most of his associates in their attempts to ‘depattern’ their subjects completely… Sometimes patients would try to escape when the sedatives wore thin, and the staff would have to chase after them…

Lauren G’s husband delivered her to Cameron… The husband had no way of knowing that Cameron… intended to ‘depattern’ her. Nor did he realize that the CIA was supporting his work”. Lauren believed that her “mental condition… resulted directly from her miserable marriage… Needless to say, Lauren G. does not recall a thing today about those weeks when Cameron depatterned her”.

“In connection with the birth of the psychiatric institute… Foucault demonstrates… (the) institutional ordinance preparing the patient to be an object of continuous supervision, manipulation, isolation, and regulation, and especially the object of medical research” (Jürgen Habermas: The philosophical discourse of modernity, page 246)]].

In the first the subject lost much of her memory… In the second phase, she lost her ‘space-time image’, but still wanted to remember. In fact, not beeing able to answer questions like, ‘Where am I?’ and ‘How did I get here?’ caused her considerable anxiety. In the third stage, all that anxiety disappeared… Hence, what the patient talks about are only his sensations of the moment, and he talks about them almost exclusively in highly concrete terms… He lives in the immediate present… There is complete amnesia for all events in his life”.

[1]A und M Mitscherlich (Eine deutsche Art zu lieben, Seite 46) verweisen auf die kollektive “Verleugnung der Vergangenheit”.

*

‘Die Psychologie…, die Psychoanalyse und die Psychiatrie… mächtige[] Instrumente[] der Unterdrückung’ (File Austrian psychiatrist Dr. Wolfgang Berner).

*

‘Halb-Hure (50 Schilling für Zigaretten), Indien, Zwangsarbeit’; ‘Prinzipien des Familienrechtes’; ‘Sie, Kerl, Berner und Co.: Dass unschuldige Männer, Opfer der juristisch-definierten Frau als ohnmächtigem Loch… in den Tod getrieben warden’; ‘im Interesse des Kindes’ und ‘der Frau’… umgebracht’; ‘Die Produkte Ihres Gehirns, Herr Dr. Berner, sind haarsträubend!’ (Österreichs katholischer Staat).

Collaboration on my destruction with colleagues (Krommer-Lacom-Wolf) in the ‘staatllch kriminellem We-the-Team’ (ibd), embedded in the EU-‘Geheimdienstlich kriminelle Vereinigung’ (File), amounting eventually to my ‘social-death’. Vgl. ‘Sozialer Tod ist nicht genug. Ziel ist, das Herz zu stoppen [‘jeden Augenblick könnte ich sterben’…]’… Denmark: ‘ammonia’; Greece: ‘colored Sweat’ (File Kanzlerin Merkels Propaganda). Further: destruction of my scores and material for orchestra in Greece as ‘Destruction of the past’. Vgl. ‘When I in fantasy turn pages in my scores, there are only blank pages’ (SiteTool).

‘Leugnen Sie weiter… in der katholischen Wiege’ (Ö Zusatz 3).

“WOLFGANG BERNER, M.D., is Professor of Psychiatry… He served as president of the Vienna Psychoanalytic Society from 1984 to 1993” (Internet).

In der CIA-Wiege. “D. Ewen Cameron was elected president of the American Psychiatric Association in 1953, and he became the first president of the world psychiatric Association” (Marks, page 132): ‘blank mind…, complete amnesia for all events in… life’.

verleger@verlagshaus-schlosser.de

Friday, August 6th, 2010

verleger@verlagshaus-schlosser.de

Wir suchen neue Autoren! Jedes Script wird überprüft… Wer sein Werk einsendet, kann sicher sein, dass es nicht in der Menge untergeht. Wir werden eine erste Prüfung innerhalb der ersten 14 Tage vornehmen. Keines wird vernachlässigt oder vergessen.

*

Iraj Schimi <…>

To

verleger@verlagshaus-schlosser.de

May 26 at 8:30 AM

Sehr geehrte Frau Sabrina Ebering,

mit Dank für unsere Korrespondenz schicke ich Ihrem Verlag ‘Kot-Gold-Geld-Gewalt-Geometrie-Tod-Gott (Clusterbegriff)’.

Sollte es bitte dem Verlag zusagen, schlage ich vor ‘Christianisierung in drei Stufen’, ‘Devil as the God of the Bible’, und ‘Sacred as an Extroversion of the Death Instinct’ (in nächster E-Mail) auch dazu zu nehmen.

Mit Dank

&

freundlichen Grüßen

Iraj Schimi

*

Verleger Schlosser hat bis dato, Aug 6 2018, nicht geantwortet.

Teacher Alfred Uhl

Wednesday, August 4th, 2010

Implikationen

Wednesday, August 4th, 2010

Die in TopoAkustiko_

Symphonie für 64 Saiteninstrumente in vier Sitzordnungen, komponiert 1971 in Wien, produziert 1975 mit dem hervorragenden Wiener RSO, unter dem vorzüglichen Dirigenten Stefan Soltesz[1]_,

verwendete Topographische Notation hat philosophische, psychologische und kognitive Implikationen und, worauf es ankommt, ist das Bewusstwerden dieser Implikationen.


[1]Die Produktion ist vor allem meinem Musiklehrer Alfred Uhl zu verdanken, der auf den damaligen ORF-Musikabteilungsleiter Einfluss ausübte. Herrn Lothar Knessl, dem besten Musikrepräsentanten in Österreich, bin ich auch zu Dank verpflichtet, der mir in seiner Sendereihe Studio Neuer Musik,  eine ganze Sendung widmete: erst TopoAkustiko gesendet, dann Interview mit mir, dann nochmals  das Stück gesendet. Dank widriger Umstände, ist das Stück noch nicht live aufgeführt (vgl. New York, Zürich, Warsaw). Keine Orchesterarbeit von mir wurde in Österreich aufgeführt. TopoOstinato für großes Orchester wurde mit RSO in Frankfurt aufgeführt und im Rahmen der Weltmusiktage in Helsinki, TopoIntervals, im Rahmen der Weltmusiktage, in Köln, und mit Staatsorchester in Braunschweig.

PS. Meine Partituren wurden in Griechenland vernichtet. Vgl im File Kanzlerin Merkels Propaganda ab ‘Schirmer, MEMORANDUM, July 9, 1980’.

Topographische Notation in TopoAkustiko

Wednesday, August 4th, 2010

Die in TopoAkustiko[1] verwendete topographische Notation

TopoAk Graph horizAn jeder Kreuzung, A-1 bis A-8, B-1 bis B-8…, H-1 bis H-8, sitzt ein Instrumentalist.

Es sind 28 Geigen, 16 Bratschen, 12 Celli, 8 Kontrabässe, die nach folgenden Ordnungen I, II, III, IV, im Orchester sitzen.

TopoAk Sitzord totalDer Abstand zwischen A-1 und B-1 ist die Zeitdauer für A-1 (z.B. 2/4, wenn  (ein Viertel) = 60, also 2 Sekunden): Der Punkt A1 ist für den Instrumentalisten A1 die Nullzeit des Taktes, der Punkt B1 ist für ihn die Endzeit des Taktes. Der Abstand zwischen B-1 und C-1 ist die Zeitdauer für B-1: Der Punkt B1 ist für den Instrumentalisten B1 die Nullzeit des Taktes, der Punkt C1 ist für ihn die Endzeit des Taktes. Diese beiden Abstände sowie die entsprechenden Stellen für alle anderen haben gleiche Zeitdauer. Es ist also für alle nur ein Takt.

Beschreibung: H-8 beginnt mit dem ersten Ton einer Septole. Es folgt dann nach links der zweite Ton (2-7) bei G-7, der dritte (3-7) bei F-6, usw. B-2 spielt den siebten Ton (7-7) der Septole. In gleichem Rhythmus geht es noch zum Nächsten nach links, wo A-1 den ersten Ton einer Oktole spielt, B-2 den zweiten Ton der Oktole, usw. H-8 spielt den achten Ton der Oktole. Hier hören wir/sehen wir wie sich ein Klang/eine Bewegung (um einen Klang zu produzieren, muß sich der Instrumentalist bewegen) von rechts nach links und umgekehrt, diagonal bewegt.

Es gibt auch ein zweites Ereignis. E-8 beginnt mit dem ersten Ton einer Septole und E-1 mit dem ersten Ton einer Oktole. Diese beiden Ereignisse finden gleichzeitig statt.

Alle möglichen Gestalten, die mit 64 quadratisch geordneten Punkten zu zeichnen sind, können hier_ mit einer Zeitdauer versehen_ ‘komponiert’ werden. Sie können statische oder bewegliche Gestalten sein, auch in Form von Buchstaben, die sich zu Wörtern und Sätzen ordnen lassen.

Über die traditionelle Notation hinaus, wo Tonhöhe und Zeitdauer angezeigt sind, vermittelt die topographische Notation auch eine optische Information: Die topographische Notation ist eine traditionelle Notation, der eine räumliche Dimension zukommt. Auf dem Papier stehen nicht nur klingende Gestalten, sondern auch bewegliche Gestalten.

Um diese Notation dirigierbar zu machen, muß die Gleichzeitigkeit vertikal notiert werden. Die Topographische Notation_ zum Komponieren unentbehrlich_ wird daher in ihre optischen und akustischen Dimensionen zerlegt. Eine graphische Darstellung gibt Information über das optische Geschehen, das aus Instrumenten besteht, die es hervorrufen. Jedem optischen Geschehen kommt eine entsprechende akustische Information (die Noten) zu. Der Dirigent hat in der Partitur das genaue Abbild wie die Musiker in Wirklichkeit vor ihm sitzen, und das genaue optische Geschehen, wie sich dies beim Spielen ereignet.

Das Publikum sitzt schräg erhöht, um die optischen Abläufe wahrnehmbar zu machen.

Der Platzwechsel geschieht ruhig und langsam_ man bewegt sich wie an einem ‘heiligen’ Ort_ es hat auch einen stereotypischen Charakter. Ein Regisseur soll die Instrumentalisten anweisen. Die Art und Weise wie sich die Instrumentalisten beim Platzwechsel bewegen, hat eine nicht zu unterschätzende Funktion. Das Verhalten des Dirigenten während des Platzwechsels ist nicht anders als wenn er dirigiert_ nicht ‘relaxed’: durch Platzwechsel darf keine ‘Zäsur’ entstehen: das einheitliche Ganze nicht zersplittern!

Die Stühle, welche die Kontrabassisten benutzen, sollen mit einer einfach zu handhabenden (klappbaren) Vorrichtung, welche die normalen Stühle zu Kontrabass-Stühlen umfunktionieren lassen, ausgestattet sein.

Aufführung: Erst kommt der Dirigent (und achtet darauf, daß die Musiker die richtigen Plätze einnehmen). Dann kommen die Kontrabässe. Sie nehmen Platz und beginnen zu stimmen. Kurz danach kommen die Bratschen. Nachdem sie Platz genommen und zu stimmen begonnen haben, kommen die Celli. Unmittelbar nachdem sie Platz genommen haben, kommen die Geigen. Eine Weile nachdem alle stimmen, klopft der Dirigent an das Dirigentenpult, worauf die Musiker zu stimmen aufhören, und er beginnt zu dirigieren.

Die Musiker nehmen die Noten nicht mit. Wo sie hingehen, finden sie ihre Stimmen auf dem Pult. Zum Beispiel, ein Pult hat die Stimmen für eine Geige im ersten, einen Kontrabass im zweiten, ein Cello im dritten, und eine Bratsche im vierten Satz. Jeder Instrumentalist bekommt noch extra eigenes Stimmenmaterial, das er zum Einstudieren mitnehmen kann.

Aus dem Stimmenmaterial läßt sich nicht erkennen, daß eine räumliche Dimension mitkonzipiert ist. So etwas wie ein ‘Verständnis’ für die topographische Notation ist für die Instrumentalisten nicht erforderlich. Die räumliche Dimension ist gleichsam ein Meta-Phänomen, das in Erscheinung tritt, sobald die Musiker zu spielen beginnen.

[1]TopoAkustiko, Symphonie für 64 Saiteninstrumete in 4 Sitzordnungen, wurde im Herbst 1971 in Wien komponiert. Das Stück gehört zu meinem sechsteiligen Topo-Zyklus: TopoOptiko für 5 unbestimmte Instrumente auf karierter Bühne; TopoOstinato oder Urbegegnung für großes Orchester; TopoKinetiko, a visual opera, for 25 instruments and 75 seats; TopoKredo, Bühnenessay für Streichquartett und einen Schauspieler (Text, KredOde, von mir); TopoIntervals for 26 instruments. Diese Arbeiten haben alle eine räumliche Dimension als einen selbständigen Parameter, der auch jeweils eine gebührende Darstellung verlangt.

TopoAkustiko Basic Difference

Wednesday, August 4th, 2010

The basic difference between TopoAkustiko (symphony for 64 strings in 4 seating arrangements) as two-correlative music work and the traditional one-correlative ones

‘Zurückgeworfen in die verwaltete Gesellschaft, wird die Anstrengung zur Emanzipation abstrakt’ (Herbert Marcuse).

Versuch ‘aus dem geschlossenen Universum der welthistorisch siegreichen Vernunft des Abendlandes auszubrechen…, den Subjektivismus…, der die Welt mit seiner reifizierenden Gewalt überzieht und zur Gesamtheit technisch verfügbarer und ökonomisch verwertbarer Objekte erstarren läßt’ (Jürgen Habermas) zu überwinden.

‘Das Prinzip der christlichen Religion ist Freiheit, subjektive Einsicht… Durch den Verlust der bloß äußerlichen Realität [durch nackte Gewalt und Ideologie] wird der Geist in sich zurückgetrieben… Es bleibt nun für die negierte Realität nichts übrig, als die Subjektivität selbst’ (Hegel).

Confronting different subjects (recipients) with a one-correlative art (music, painting), the object is ‘understood’ differently, since there are no objective criteria in art_ especially by recipients of different socio-cultural backgrounds. It is, on the whole, the same with regard to social aspects.

We define understanding as being the act of discerning two interrelated entities: it is the moment when the discernment of two correlative entities takes place_ we relate something with something.

Whereas the act of rational understanding is accomplished by the perception of two coinciding objective entities (correlates), the ideological understanding takes place when the object as one correlate is encountered by the recipient embodying both the discerning subject and the complementary correlate: the act of ‘understanding’ is accomplished through the projection of the recipient’s own predispositions, experiences, associations_ that is through his own subjective components entrenched mainly in the socio-cultural ambiance[1].

To focus on a rational, non-ideological understanding, let us picture a stone falling into water. The two different manifestations, the acoustic and the optic, are two discernible correlates stemming from one and the same occurrence. The understanding of the one depends on the other (it would not be understandable if water would not move or there would be no noise).

Usually we only observe (discern) social phenomena, missing the concrete corresponding correlate to understand. The problem is replacing occurrence with word (interpretation: it is this ‘interpretation’ which we confuse with ‘understanding’), and the word is always the word of the ruler (‘Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott’. Or as Marx said: der herrschende Gedanke ist der Gedanke des Herrschenden). The problem is dominion of word (i.e. ideology: “illusion, misrecognition, ignorance”[2]) over occurrence:

“A Chinese proverbial saying: the scheming prime minister of the second Ch’in emperor (3rd century, B.C.) trying to determine who among countries were his followers, pretended that a deer presented in court was actually a horse. All those who insisted it was a deer were later eradicated” (Thomas S. Szasz).

They are two inherent correlates of the occurrence (as the object of perception), outside of the recipients, necessary for a rational understanding, and equal for all recipients.

Mit hochgehobenem Arm schlägt, beispielsweise, ein Cellist den Bogen auf die Saiten. Mit diesem Beispiel wollen wir_ analog zu einem fallenden Stein ins Wasser, wo hörbare und sehbare Dimensionen zwei Korrelate ein und desselben Ereignisses sind_ das Spielen an einem Saiteninstrument schematisch veranschaulichen. Die Bewegung des Arms (oder das von einer Gruppe von Instrumentalisten produzierte optische Ereignis) bildet das optische Korrelat; der erzeugte Klang ist das akustische. Die Größe des Steins, mit welchem Winkel er das Wasser trifft und mit welcher Wucht, die Qualität des Wassers et cetera, die das optisch-akustische Ereignis beeinflussen, sind mit verschiedenen Spielarten des/der Instrumentalisten und dem daraus entstehenden Ergebnis vergleichbar. Hier begegnen wir einem Zwei-Korrelaten-Ereignis, wo die subjektiven Komponenten der Wahrnehmung, die in der Rezeption eines Kunstwerks, oder sonst, mitspielen, ausgeschaltet sind. TopoAkustiko ist eine künstlich-künstlerische Umsetzung dieses Prinzips. Eine Aufforderung zur unmittelbaren Begegnung mit Sein_ das soziale Sein inbegriffen. Eine Aufforderung zur Ent-Ideologisierung.

There is in TopoAkustiko no sound that is not correlated to an optic event and vice versa. The musicians have to move themselves in order to play and produce sound. This movement, by an ever-changing group of players, generates continuously optically perceivable figures, which are composed just as is the music itself.

The object presented here_ playing TopoAkustiko in front of an audience_ is split into two dimensions: the optic and the acoustic, as two correlates emerging out of one and the same occurrence. Hence, the Two-Correlative character of the piece. Discerning these two correlates in the just occurring event, outside of the subject as listener-viewer, makes possible an ‘understanding’ which takes place beyond and independent of the recipient’s subjective components. Discern becomes cognition. It is an objective, non-ideological, understanding and for all recipients the same. This dimension of the piece treats all recipients equally, emancipates them: ie liberates them from restraint imposed by the culture (in the last instance religion)_, liberates them from an specific imposed-‘worldoutlook’. What was that sound? It was the triangle over there. What was that triangle? It was that sound (see example page 10 of the score).

In the first three seating arrangements, there are precise geometrical and other easily discernible orders of the placement of each category of strings[3]. In the last seating arrangement, the order is chaotic. Here, when the orchestra plays_ the way the instruments, one after another, start to play_, it is the way we write the following words_ the fourth movement (seating arrangement) is made up only by these words:

NIEDER MIT DER GEWALT

ES MÖGE IN DER WELT LIEBE UND FRIEDEN HERRSCHEN

Down with violence.  May love and peace prevail (in the world)


[1]Even in the natural sciences: ‘The results scientists obtain and the technological applications they investigate, will be conditioned by their frame of mind, that is, their concepts, thoughts, and values… Heisenberg showed that the patterns scientists observe in nature are intimately connected with the patterns of their minds… Science is not value-free’ (Fritjof Capra, Charlene Spretnak).

[2]Es sind religiöse, ethische, juristische, politische usw. Ideologien als diverse “worldoutlooks”. Diese Ideologien können freilich nur insofern objektiviert und analysiert werden, wenn wir selbst nicht in denen verhaftet sind.

Ronald D. Laing weist auf den “größten Knoten…, in dem sich der Mensch verstrickt hat”. So “daß wir, je mehr in den Knoten verstrickt sind, desto weniger von dieser Tatsache wissen”.

Nur so können wir sie untersuchen, wie der Ethnologe die Mythen einer primitiven Gesellschaft untersucht und herausfindet, daß diese “worldoutlooks” zumeist imaginär sind, d.h., daß sie mit der Realität nicht korrespondieren. “However”, observes Louis Althusser, “while admitting that they do not correspond to reality, i.e. that they constitute an illusion, we admit that they do make allusion to reality, and that they need only be ‘interpreted’ to discover the reality of the world behind their imaginary representation of that world (ideology = illusion/allusion)… Ideology represents” also “the imaginary relationship of individuals to their real conditions of existence”.

[3]Sollte die Sitzordnung der Geigen in Sitzordnung II nicht gleich wahrnehmbar sein: Hier haben wir zwei Kategorien: 1– Vier Gruppen, die innerhalb des Quadrats sitzen: eine einzelne Geige, zwei Geigen, drei Geigen und vier Geigen. 2– Vier Gruppen, die am Rand des Quadrats sitzen: es sind jeweils drei, vier, fünf und sechs Geigen.

Melos Mai Juni 1975

Tuesday, August 3rd, 2010

Melos Mai Juni 1975 (1)

Tuesday, August 3rd, 2010

Melos Mai Juni 1975 (2)

Tuesday, August 3rd, 2010