Archive for the ‘LKA’ Category

LKA Berlin 17 Juni 2002

Thursday, April 1st, 2010

LKA Berlin June 19 2002: Kantig, Staumann, Steyer, Loelf, Loos…

Thursday, April 1st, 2010

Iraj Schimi

Komponist, Österreichischer Staatsbürger

Der Polizeipräsident in Berlin

LKA 132

Platz-der-Luftbrücke 6

12096 Berlin

Validating themselves by invalidating others, as taught by religious and national mythologies and sanctioned by laws (Thomas S Szasz).

June 19 2002

Sehr geehrtes Amt,

ich bitte Sie mir die zu meiner Person gespeicherten Daten zukommen zu lassen.

Stichworte:

Sonja Maria Kantig, Berlin Wedding.

Till Staumann, Berlin Kreuzberg.

Olive Steyer, Berlin Spandau.

Der Bärtige hinter der Theke im Café Hardenberg.

Es bezieht sich alles auf etwa Ende 80er-Anfang 90er Jahre.

Probleme mit Deutsche Bank Berlin (nahe Europa Center): Geldüberweisung aus dem Ausland; massive Observationen (May 1990).

Wenn wir dabei sind: nahezu unaufhörliche Observationen (Frankfurt, Berlin). Aus Dänemark zugesandte Post nicht angekommen: u.a. an die Grünen, Berlin, Platz vor dem Neuen Tor 1 (Ende 1999); an die Frankfurter Rundschau. Meine Email an Büro Griefahn (Bundestag) brauchte 16 Tage, um dort anzukommen (Anfang 2001).

Verschwinden von 4-5 Taschenkalendern aus dem Haus in Armstorf (zwischen Hemmoor und Bremervörde), Ende 1980. Zuvor Begegnung mit einem mit Mercedes motorisierten Staatsgangster vor dem Haus.

Manfred Loelf in Grossenwörden (Norddeutschland), 1995.

Andreas Loos in Oederquart (Norddeutschland), 1995.

Verhör am Frühstücktisch in der Jugendherberge, Stade, 17 September 1997.

Schicken Sie bitte die zwischen Ihnen und Ihrem schwedischen Pendant ausgetauschten Daten über meine Person_ wahrlich eine ‘pip’ (polizeilich interessante Person)_ gleich mit.

Ferner bitte ich Sie um Auskunft, wie ich an die zu meiner Person gespeicherten Daten in der Ihnen übergeordneten Europol herankommen kann?

“Europol is authorised to engage in proactive policing, and may store and utilize data on potential future offenders”. Es scheint, daß “the crime fighters” ihre gesellschaftlich unproduktiven Impulse “in semi-legal or even criminal machinations” (Thilo Weichert, Hannover, 1996) ausleben. Oder wie es nach E. Borneman heißt: “Gewaltverbrechen des Staates unter dem Vorwand der Bekämpfung von Gewaltverbrechen des Volkes”.

Oder geht es überhaupt nicht?

Über “informal police action”: “The citizens concerned are… denied the right to their own data”. Schlimmer noch: “informal police proceedings often are not decumented” (ibid), und somit nicht abrufbar.

So sachte arbeitet also die EU-Demokratie!

Mit freundlichen Grüßen

Iraj Schimi

LKA Berlin 19, 26 Juni 2002

Thursday, April 1st, 2010

LKA Berlin 02 July 2002

Thursday, April 1st, 2010

Email

Der Polizeipräsident in Berlin

LKA 132

Platz-der-Luftbrücke 6

D- 12096 Berlin

A government may be naked[1] in relation to some of its subjects but not in relation to others (Bertrand Russell).

“The warring brothers of Europe meet intermittently at intergovern­mental forums… to discuss harmonizing their plicies… The Schengen Group prefers the notion of absolute barriers on all those from outside Europe, com­bined with no passport controls once inside, but backed up by inter­nal security forces” (Socialist Review, London, Dec 1996).

July 02 2002

Sehr geehrtes Amt,

ich habe neulich The Technology of Political Control (1977) gelesen, wo diejenige Problematik beschrieben wird, die ich in meinem Brief vom 19 Juni skizziert habe. Deshalb erlaube ich mir sie etwas ausführlicher darzulegen.

An IBM bidding (1973) reads as following:

‘Project patterns of criminal behavior.

Analyze trends that, if not altered, will result in future social problems.

Create systems to deal with unacceptable behavior patterns before crimes or accidents are caused.

Develop individual patterns of persons having trouble functioning in society.

A police information system cannot be judged a complete success until all the above objectives have been met’.

Besides business motive of IBM: “trying to sell systems”, the authors of The Technology of Political Control point out that “if it did mange to bring such a project to fruition, a potential for its application to repression would be enormous. There are already sings that this US technology is coming to Britain”. In the meantime it is an EU-routine: “Europol is authorized to engage in proactive policing, and may store and utilize data on potential future offenders” (vgl mein Schreiben vom 19 Juni)_ das Äquivalent von ‘pip’: Selbst werden “neben Tätern und Verdächtigten” auch jede “‘pip’ (Kürzel für polizeilich interessante Person)” erfaßt (Bölsche). Dies mündet leicht in “Gewaltverbrechen des Staates unter dem Vorwand der Bekämpfung von Gewaltverbrechen des Volkes” (19 Juni). Bölsche (1979) beschrieb den “Weg in den Überwachungsstaat”, und die SZ (14.12. 2001) verweist auf die Verwandlung des Rechtsstaats in den “Präventivstaat(), der seine Bürger… massiven Mißtrauens- und Überwachungsmaßnahmen aussetzt”. Wir leben in einer auf Ausbeutung basierten Gesellschaft, wo die Reichen immer reicher werden. Wie Fromm darauf hingewiesen hat, “die Macht, mit deren Hilfe eine Gruppe eine andere ausbeutet und niederhält, bei der kontrollierenden Gruppe Sadismus hervor(ruft)”. Es ist auch der “Charakter() des Sadisten…, daß er immer nur von den Hilflosen und nicht von den Starken stimuliert wird”. In seinem Buch “Der sadistische Staat’ (1985), analysierte Hermann Glaser diesen Sadismus_ nach Rita Bischof (1978): ‘Sadismus des Herrn’:

“Gott gibt der Vernunft die Sanktion seines Zorns und die Vernunft” wird “zur entfesselten Leidenschaft der Bestrafung… Es entstehen die Hölle des Gesetzes und der Sadismus des Herrn”.

Und M Erdheim (Einführung in den ethnopsychoanalytischen Prozeß, 1982) deutet auf “die großen Mengen an Aggression” hin, “die die herrschende Klasse gegen den Rest der Gesellschaft auslebt”.

*

Ich möchte bitte endlich eruieren, was ums Himmels willen den deutschen Geheimstaat veranlaßte, mich jahrelang zu hetzen, und schließlich dem schwedischen Staat, in seinen gegen mich gerichteten sadistisch destruktiven Eskapaden, Beistand zu leisten, außer Destruktivität, Sadismus und Rassismus um der Destruktivität, des Sadismus und Rassismus willen?[2]

Vgl: I left ‘freely’ Sweden as regular refugees ‘freely’ leave their home_ leaving two third of my things, losing my identity as composer (Email).

For some individuals, innocent before the law_

Then if not innocent it would be the task of the legal system. “If, in practice”, observes Russell, “certain opinions lead a man to starve, it is poor comfort to him to know that his opinions are not punishable by law”_,

the state nowadays has become the most dangerous, unpredictable enemy to be imagined. Article 2 of the German’s Basic Law: ‘Everyone shall have the right to the free development of his personality in so far as it does not infringe the rights of others or offend against the constitutional order’.

Es ist nicht die Würde des Bürgers_

Article 1 of the Basic Law: ‘The dignity of man shall be inviolable. To respect and protect it shall be the duty of all state authorities’_,

sondern die Destruktivität des Staats, die unantastbar ist (vgl: ‘Unverletzlichkeit’).[3]

Mein Fall, geehrtes Amt, fällt präzise in jene Kategorie, wo “the crime fighters” ihre gesellschaftlich unproduktiven Impulse “in semi-legal or even criminal machinations” (19 Juni) ausleben.

*

Es ist die Umsetzung des Prinzips Jahve:

“Jahve (weiß) alles, was der Mensch tut… Er kennt ‘sein Stehen und Gehen’, kennt die Wege der Menschen, alle ihre Taten… Und er kennt nicht nur ihr Tun, sondern auch ihr Reden, ja ihr innerstes Denken und ihre intimsten Geheimnisse…” (Raffaele Pettazzoni: Der allwissende Gott, 1960)_,

Jahve_ ‘You cannot see my face… you shall see my back (‘Exodus 33:20/23)_ geht “vom Alten in das Neue Testament” über und wird zum “wesentliche(n) Bestandteil der christlichen Gottesidee” (Pettazzoni).

Der Schnüffelgott ist zum Schnüffelstaat geworden_ der mit seinem Hintern auftretende Gott zum hinterhältigen Staat. “Der Staat ist an die Stelle… Gottes getreten_

“The maintenance of Christian morality is to be transfered from the discredited ecclesiastical authorities to the hands of the state” (Tawney). “Die europäische Geschichte ist die Darstellung der Entwicklung” von “Kirche und Staat… und… der(en) Versöhnung” (Hegel). “Kirche und Staat, Altar und Thron”, so Rudolf Augstein, “gaben so ihren Bund bekannt. In Deutschland hat ihn niemand je wieder auflösen können” (Der Spiegel 21/1999). “Almost no Western state has… allowed itself to be dissociated… from God” (John McMurtry, 1999). Freud: “Durch eine Art von Diffusion oder Infektion hat sich der Charakter der Heiligkeit, Unverletzlichkeit, der Jenseitigkeit… auf alle weiteren kulturellen Einrichtungen, Gesetze und Verordnungen ausgebreitet’_

eines konkreten, physischen Gottes, der tagtäglich sich in seinem Zorn kundtut” (André Amar: Psychoanalytischer Versuch über das Geld).

Hegel weist darauf hin, daß “das sittliche Recht im Staate nur die Ausführung dessen ist, was das Grundprinzip der Religion ausmacht”. Und Marx sagt dies: “Der sogenannte christliche Staat ist nur einfach der Nichtstaat”.

Der christlich-westliche Staat ist nicht der Rechtsstaat, sondern Gottesstaat.

It is modern inquisition (“The secret police of modern totalitarian states have faithfully copied th(e) inquisitional method”, Szasz)_ the new mode of elimination. Compared with the inquisition of the Middle-Age, far from being abandoned, it has become more comfortable, more insidious[4], and, in contrast to pomp and fanfare of the inquisitorial ceremony_

koextensiv mit dem Übergang von ‘Prunkherrschaft’ und ‘spektakulären Kundgebungen der Macht’ in ‘Überwachung’ und ‘Panoptismus’ (Foucault)_,

quiet and sterile: It is secret inquisition, employed through secret police + institutions (cf: encrypted code).[5]

Und das Paradigma ist ein Gott, der sein Gesicht nicht zeigt.

Die kriminellste Setie des Staates ist somit seine göttliche Seite_

“Grausamkeit und Religion”, so Russell, gehen “Hand in Hand”. Horkheimer zitiert Nietzsche: “Alle Religionen sind auf dem untersten Grunde Systeme von Grausamkeiten”_,

die_ gemäß dem Auftritt Gottes mit dem Rücken_ von unsichtbaren Hintermännern wahrgenommen wird. Es ist der göttlich gewordene animalische Trieb_

“Die Überschreitung [“die das Wesen des Sakralen ausmacht”] ist… eine Rückkehr… zum animalischen Trieb [“oft verschmelzen Tiere mit Göttern”], der göttlich geworden ist” (Georges Bataille: Die psychologische Struktur des Faschismus)_

im Dienst des Kapitals und der gottverbündeten Herrschenden_

“Gott ist immer der Verbündete der Herrschendnen” (Fromm)_,

deren “destruktive Leidenschaft (der Sadismus)… gegen fremde Gesellschaften gerichtet [ist] oder… gegen die elenden Klassen” (Bataille).

Meine Herren, Sie arbeiten im Interesse der wenigen Reichen, die global und national immer reicher und brutaler werden. ‘Gott’ weiß wieviele Menschen Sie täglich auf ‘demokratische’ Weise zerstören (cf: trajectory), um den reibungslosen Profit der Kapitalinhaber zu gewährleisten.

Russell: “Im Munde der hebräischen Propheten bedeutete Rechtschaffenheit das, was sie und Jahwe für gut befanden (vgl Fnt 5). Die gleiche Einstellung findet man in der Apostelgeschichte, wo die Apostel eine Verkündigung mit den worten begannen: ‘Denn es gefällt dem heiligen Geist und uns’ (vgl: ‘weil es ihm wohlgefällt’). Die Überzeugung eines einzelnen vom Geschmack und den Ansichten Gottes, kann jedoch keinesfalls zur Grundlage einer Institution gemacht werden”. Russell unterstreicht: “Das Wesentliche am Gedanken der Rechtschaffenheit besteht also darin, dem Sadismus ein Ventil zu schaffen, indem man Grausamkeit als Gerechtigkeit verkleidet”.

Sadismus und Zerstörungstrieb im Dienst des Kapitals.

“Money is, in Shakespeare’s words, the ‘visible god; in Luther’s words ‘the God of this world'” (Norman O Brown).

“Das Geld”, so Marx, “ist der eifrige Gott Israels… Der Gott der Juden hat sich verweltlicht, er ist zum Weltgott geworden”: i.e. IMF, World Bank, WTO.

Mit freundlichen Grüßen

Iraj Schimi


[1]That is organized criminality, operating under optimal conditions.

[2]“Staatlich verordneter Rassismus” (taz 30 Oktober 1993). Unter dem Titel: ‘Kritik an rassis­tischen Typisierungen in polizeilichen Erfassungsbögen, schreibt Marina Schutter: ‘In allen Polizeidienststellen in Deutschland ist o.g. Erfassungs­bogen gebräuchlich, der zur rassistischen Stereotypenbildung bei der Po­lizei beiträgt… Allein die Verwendung der [“der nationalsozialistischen Ras­sen­lehre entsprungen(en)”] Beg­rif­flichkeit ‘rassistische Herkunft’ durch das Bundesinnenministerium zeigt, daß hier Menschen(-gruppen) wieder zu ‘Rassen’ gemacht werden sol­len” (Flüchtlingsrat, Zeitschrift für Flüchtlingspolitik in Niedersachsen, Ausgabe 2/97 Heft 42/43, Mai/Juni 1997).

[3]Herr Schily predigt hingegen über Vertrauensstaat: “Dem Staat vertrauen wie dem Arzt” (Der Spiegel 46/1998). Calvin: “Das Vertrauen und die Gewißheit unseres Herzens auf den Herrn zu werfen…, einzig dem Herrn folgen, wie er uns vorangeht” und “zu suchen, weil es ihm wohlgefällt”.

[4]“Der Imperialismus der großen europäischen Staaten hat das Mittelalter nicht um seine Holzstöße zu beneiden; seine Symbole sind durch feinere Apparate und furchtbarer gerüstete Garden beschützt als die Heiligen der mittelalterlichen Kirche” (Horkheimer).

[5]“The inquisitor was not concerned with overt, antisocial acts; that was a problem for the secular courts. He was interested in heresy, which was a crime against God and the Christian religion, and was therefore defined in theological terms” (Szasz). The modern inquistion in capitalist ‘democracy’ is not involved with the unlawful, antisocial acts, which is the task of judiciary. It is interested in, and defends, capitalist values and attitudes: “Alle psychische Spannung, die auf die Religion gerichtet war, [ist] auf die Ökonomie gelenkt” (A Amar). Religion und Geld haben in der Tat vergleichbare Strukturen. Gott und Geld sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.

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